Forderungsumschlag und DSO messen dasselbe: wie effizient Sie offene Rechnungen einziehen. Sie drücken es aber unterschiedlich aus. Je nach Frage macht die eine oder die andere Darstellung Muster besser sichtbar.
So berechnen Sie ihn
Forderungsumschlag = Umsatz auf Ziel (Kreditumsatz) ÷ durchschnittlicher Forderungsbestand. Das Ergebnis ist keine Tageszahl, sondern eine Häufigkeit: wie oft Sie in einem Zeitraum Ihren durchschnittlichen Forderungsbestand einziehen. Ein Umschlag von 8 pro Jahr heißt: Sie "drehen" Ihre Forderungen achtmal, also etwa alle sechseinhalb Wochen. Unser Forderungsumschlag-Rechner rechnet das direkt für Sie.
Höher ist besser, und die Richtung zählt
Anders als beim DSO (dort ist weniger besser) gilt hier: Ein höherer Umschlag ist besser, denn Sie verwandeln Forderungen häufiger in Geld. Wie beim DSO ist der Trend wichtiger als ein einzelner Wert. Sinkt der Umschlag über mehrere Perioden, wird der Einzug langsamer, auch wenn der aktuelle Wert für sich noch in Ordnung aussieht.
Wozu zwei Kennzahlen?
Der DSO beantwortet: "Wie viele Tage dauert der Einzug im Schnitt?" Das ist anschaulich und lässt sich direkt mit Ihrem Zahlungsziel vergleichen. Der Umschlag beantwortet: "Wie oft drehen wir die Forderungen in einer Periode?" Er eignet sich besser, um Zeiträume unterschiedlicher Länge oder Unternehmen unterschiedlicher Größe zu vergleichen, weil er ein Verhältnis ist. Die meisten kleinen Unternehmen brauchen nur eine der beiden Zahlen. Für den Alltag ist der DSO meist greifbarer.
Was den Umschlag verbessert
Dieselben Hebel, die den DSO senken, erhöhen den Umschlag: kürzere und klarere Zahlungsziele, konsequentes Nachfassen, schnelleres Rechnungstellen und vorsichtigere Zahlungsziele bei langsamen Zahlern. Verbessert sich die eine Zahl, verbessert sich auch die andere.
Als Gegenprobe nutzen
Wenn Sie schon den DSO verfolgen, dient der Umschlag als Gegenprobe, etwa quartalsweise oder jährlich neben Ihren anderen Forderungskennzahlen. Zwei Zahlen, die dasselbe erzählen, überzeugen mehr als eine allein. Laufen sie auseinander, lohnt sich die Ursachenforschung. Einen Überblick finden Sie in Forderungsmanagement: Grundlagen.